Die Modalverben xiǎng 想 und yào 要 stehen beide zwischen dem Subjekt und der Verbalphrase eines Satzes. Beide können verwendet werden, um einen Wunsch oder einen Willen auszudrücken, wobei yào 要 einen entschlosseneren Willen impliziert als xiǎng 想.
Funktionen im Vergleich
Die Modalverben xiǎng 想 und yào 要 drücken beide aus, dass jemand etwas tun möchte, also einen Wunsch oder einen Willen. Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied in der Stärke und Wirkung der Aussage: Yào 要 lässt einen Satz entschlossener und direkter klingen. Es steht oft für einen unmittelbaren Wunsch oder ein festes Vorhaben. Die Sprecherin oder der Sprecher zeigt klar: „Ich will das jetzt.“ Dagegen wirkt xiǎng 想 zurückhaltender und höflicher. Es deutet eher auf einen Wunsch oder eine Absicht hin; die Aussage klingt überlegter und weniger fordernd – etwa wie „Ich würde gerne …“ im Deutschen.
Im Vergleich zu yào 要 ist xiǎng 想 besser geeignet, um in Kombination mit der Bestätigungsfrage kěyǐ ma 可以吗/可以嗎 ‘kann ich, darf ich’ eine höfliche Bitte zum Ausdruck zu bringen:
Im Vergleich zu bú yào 不要 ist die Verneinungsform bù xiǎng 不想 besser geeignet, um eine höfliche/weniger direkt klingende Ablehnung zu formulieren:
In dieser Verwendung kann xiǎng 想 durch Gradadverbien bzw. Gradadverbialphrasen wie hěn 很 ‘sehr’, zhēn 真 ‘wirklich, unbedingt’ oder bú tài 不太 ‘nicht sehr’ modifiziert werden, yào 要 hingegen nicht: